Cadenza sfuggita

Bei der "cadenza sfuggita" handelt es sich um den sogenannten "Trugschluss". 

 

Herkömmlich versteht man darunter die fünfte Stufe (Dominante), die sich anstatt in die erste Stufe (Tonika) in die sechste Stufe (Tonikaparallele) bewegt.

 

Es gibt allerdings noch weit mehr verschiedene trugschlüssige Wendungen, wie man u.a. in der Klavierschule von  Daniel Gottlob Türk (1789) nachlesen kann. Hauptmerkmal ist die trügerische, überraschende Wirkung. 

 

In der folgenden Übungssequenz werden exemplarisch ein paar dieser Wendungen präsentiert, die im Barock Anwendung fanden - je nach Stil kann das Vokabular aber natürlich noch erweitert werden. 

 

Damit das Erlernte besser in den Fingern und im Gedächtnis bleibt, folgt eine Übungssequenz in zweistimmiger Form, die modulierend (Quintfall) fortgeführt wird.

 

Die Lückentexte dienen der Lernkontrolle und der Schärfung des inneren Gehörs und sind vom Spieler zu ergänzen.

 

Es ist wichtig, die Übung durch alle Moll-Tonarten transponiert zu üben.

Zur Hilfe habe ich die Übung so konzipiert, dass man durch den Quintfall bereits drei Tonarten abdeckt; bitte führen Sie die Sequenz eigenständig durch die restlichen Moll-Tonarten weiter!